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Kollektiv Cool – Eine neue Gang mischt die Mainzer Kunst & Design-Szene auf (2. Juli Auris Cool im Mainusch)

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Cool oder wie? Dabei sind sie gar nicht so cool… 🙂 Der Name Kollektiv Cool ist allerdings auch nicht ernst gemeint, bzw. überspitzt, wie Nick Lobo es ausdrückt. Er ist einer von drei Kommunikationsdesign-Studenten, die sich als Homies zusammengetan haben, um Kunst und mehr zu machen. Die beiden anderen sind Pablo Engelhardt und Denis Grethler. Ihr Kick Off-Event feierten sie in einem leer stehenden Haus in der Frauenlobstraße 39 unter dem Format „Ocuris Cool“. Ocuris ist dabei eine Mischung aus oculus & auris (Latein), also hören und sehen, also Mucke fürs Ohr & Kunst fürs Auge. Heißt: Ihre Ausstellungen und Events sind mit Musik verwebt. Das nächste Event nennt sich „auris cool“ und findet am 2. Juli im Haus Mainusch statt: ein kleines Festival, mittags erst Open Air und chillig, später dann mit elektronischer Feierei im Haupthaus. Wer die Jungs ansonsten treffen möchte, kann dies auch auf der Bachelor-Ausstellung „place your work here!“ tun vom 7. bis 10. Juli in der Hochschule (Rheinstraße 17).

Das Format „Ocuris Cool“ ist Pablos Bachelor-Arbeit. Die Objekte, die derzeit noch im Haus zu sehen sind, kommen von Denis und Nick und tragen den Titel „Using History“. Hier geht es im Prinzip um eine Art von Upcycling historischen Materials. So haben die Jungs 100 Thonet-Stühle vom Onkel einer Freundin geschenkt bekommen und diese in imposante Installationen, Leuchten, Skulpturen und freie Objekte verwandelt und verarbeitet. Bereits über dem Treppenaufgang thront ein dickes Konstrukt aus einzelnen Stuhlteilen, das den Namen „Hommage an Ulrich“ trägt (besagter Onkel).

Ein weiteres Highlight ist das menschengroße Insekt, das an Kafkas Verwandlung erinnert. Mit einer Rollenkonstruktion lässt sich das Ungetüm aus Holz bewegen. Etwa vier Monate haben Denis und Nick an den Teilen gearbeitet. Dazu kommen weirde Zeichnungen mit Bleistift oder Tusche und digitale Collagen im Erdgeschoss. Engelhardts Zeichnungen bestechen durch feine Linien und setzen den Menschen in ein Zusammenspiel mit geometrischen Formen. In einem abgedunkelten Raum waren bisher eine Installation von Schengber und Kenneth Kirschner mit dem eigenen Körper erlebbar. Ein interaktives audiovisuelles Programm verarbeitete die Körperbewegungen.

Unterstützt wurde Schengber von seinem Kollegen Markus Schuricht und einigen Programmierern. So in etwa ist auch der Gedanke hinter „Kollektiv Cool“: Leute und Freunde dazu zu holen, wenn es passt, aber ohne Zwang und feste Strukturen. Das Haus in der Frauenlobstraße 39 soll noch bis September geöffnet sein. Die Jungs planen derzeit ihre weitere Zukunft. Ob und was da noch mehr – auch in und für Mainz – geht, bleibt offen. Nick sagt: „Unsere Location wird den ganzen Sommer über bespielt, das nächste Mal wahrscheinlich im Juli.“

 

 

Fotos: Roman Steinmetz, Thomas Pirot