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Innenstadtmonitoring 2021: mehr Geschäfte & weniger Leerstand trotz Corona

Die Entwicklung der Mainzer Innenstadt ist selbst mit Blick auf die Covid als positiv zu betrachten. Das ist das Ergebnis des Innenstadtmonitorings 2021 der städtischen Wirtschaftsförderung. Es umfasst neben dem Einzelhandel auch Gastronomiebetriebe und andere Ladenlokale, zum Beispiel aus dem Dienstleistungsbereich sowie der Touristeninformation. Ziel der Untersuchung ist, Veränderungen in der Innenstadt zu identifizieren, um frühzeitig darauf reagieren zu können. Die Landeshauptstadt führt das Monitoring jährlich durch.

Für Wirtschaftsdezernentin Manuela Matz ist es erfreulich, dass der Branchenmix beibehalten werden konnte. „Besonders positiv ist, dass die Zahl der Einzelhandelsgeschäfte nach vier rückläufigen Jahren wieder gestiegen ist, in 12 Monaten um zwei Prozent auf jetzt 431 Unternehmen. Auch gibt es mehr Gastronomiebetriebe. Diese Zahl stieg um 16 auf aktuell 146. Diese Entwicklung ist gerade angesichts der Befürchtungen aufgrund der Corona-Pandemie ermutigend und zeigt letztlich die Attraktivität der Innenstadt“, so Matz.

Verringert habe sich dagegen die Zahl der Dienstleister:innen auf jetzt 177 (minus 16). Identifiziert wurden zudem 32 Leerstände (minus 14) sowie 27 Umbaumaßnahmen (plus 6). Insgesamt gibt es in der Innenstadt 813 Läden.

Der Filialisierungsgrad (Verhältnis zwischen Filialgeschäften und allen Einzelhandelsgeschäften) liegt 2021 bei 42,9 Prozent. Hierzu erklärt Manuela Matz: „Filialen sind für die Anziehungskraft von Kund:innen und für die Attraktivität des Einkaufsstandortes wichtig. Es gilt jedoch, auch in Zukunft die Wage zwischen Filialen und inhabergeführten Geschäften zu halten. Schließlich machen gerade auch diese oftmals kleinen Läden den Reiz der Mainzer Innenstadt, insbesondere auch der Altstadt, aus.“

Vielfach hört man in Diskussionen, dass es in Mainz einen hohen Leerstand gebe. Ein solcher ist in der Tat schlecht für das Image einer Stadt und kann Quartiere abwerten. Das Innenstadtmonitoring 2021 zeigt jetzt aber, dass sich die Zahl der leerstehenden Ladenlokale um 1,7 Prozent verringert hat. Aktuell beträgt die Leerstandsquote – also das Verhältnis von leerstehenden Geschäften zu allen Ladenlokalen – 3,9 Prozent. So werden 24 Läden, die 2020 noch leer standen, jetzt bespielt.  „Das ist gerade angesichts der Pandemie ein wirklich guter Wert“, betont die Wirtschaftsdezernentin. Sehr positiv sei zudem, dass der Leerstand in Mainz mit innovativen Geschäftsmodellen genutzt werde. Beispiele seien etwa das Zwischennutzungskonzept „lulu“ im ehemaligen Karstadt-Gebäude an der Ludwigsstraße oder eine Pop-Up-Weinbar in der Emmeransstraße.

Weitere Ergebnisse des Innenstadtmonitorings: die Nutzungskonzepte in Innenstädten verändern sich deutschlandweit, so auch in Mainz. Gerade in der Innenstadt ist ein Trend zu mehr Regionalität, Individualität und auch hybriden Nutzungskonzepten wie Einzelhandel gemeinsam mit Gastronomie erkennbar. Außerdem nähert sich erfreulicherweise die Passantenfrequenz in den 1A-Lagen (zum Beispiel Am Brand, Seppel-Glückert-Passage, Stadthausstraße) wieder dem Vor-Corona-Niveau an.

Insgesamt zeigt sich Wirtschaftsdezernentin Manuela Matz zufrieden mit den Ergebnissen. „Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnen wir trotz der schwierigen wirtschaftlichen Situation nur ein Ladenlokal weniger. Einzelhandel und Gastronomie entwickeln sich positiv und die Leerstände sind rückläufig. Jetzt heißt es aber, gemeinsam mit allen Akteur:innen die Innenstadt weiter zu beleben und attraktiv zu gestalten. Genau hieran arbeiten wir“, so die Wirtschaftsdezernentin.

Zudem werde die Wirtschaftsförderung noch mehr auf Informations- und Netzwerkveranstaltungen für Unternehmen sowie individuelle Beratungen setzen. „Das Image der Mainzer Innenstadt muss weiterhin positiv bleiben und sich mit dem digitalen Strukturwandel hin zum multifunktionalen Raum entwickeln. Dafür müssen alle Akteur:innen eng zusammenarbeiten und an einem Strang ziehen“, sagt Manuela Matz.

Das gesamte Innenstadtmonitoring 2021 finden Sie unter: www.mainz.de/einzelhandelsstandort

Foto: Stephan Dinges

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