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Immer mehr Menschen mit Depressionen – Jugendliche, Frauen und Ältere besonders betroffen

Die Zahl der Menschen in Rheinland-Pfalz, die wegen einer Depression ambulant oder stationär behandelt werden, hat drastisch zugenommen. Das zeigt auch eine aktuelle Auswertung von Versichertendaten der KKH Kaufmännische Krankenkasse. So stieg die Zahl Betroffener zwischen 2006 und 2016 um 44 Prozent. Damit liegt Rheinland-Pfalz leicht über dem bundesweiten Plus von 40 Prozent.
Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) werden Depressionen im Jahr 2030 in den Industrieländern die am häufigsten verbreitete Krankheit sein. Die rasante Zunahme ist vor allem auf die längere Lebenserwartung zurückzuführen. Allein bei den Versicherten der KKH stieg die Zahl der Menschen mit Depressionen, die 70 Jahre und älter sind, seit 2006 um 113 Prozent. Fast ebenso gefährdet sind Jugendliche zwischen zehn und 17 Jahren (plus 82 Prozent). Dritte Risikogruppe: Frauen. Sie litten 2016 doppelt so häufig unter einer Depression wie Männer.

Ursache einer Depression ist meist eine Kombination aus erblichen, biochemischen, psychologischen und sozialen Einflussfaktoren. Zu den Auslösern kann der wachsende Druck in der globalisierten Lebens- und Arbeitswelt ebenso zählen wie schwere Schicksalsschläge, Vereinsamung oder auch Medikamente. Noch immer werden Depressionen häufig nicht oder zu spät erkannt und dadurch nicht oder zu spät behandelt. Dabei gibt es Therapien wie beispielsweise die Medikation mit Antidepressiva in Kombination mit einer Psychotherapie, mit denen sich gute Ergebnisse erzielen lassen – vorausgesetzt, die Erkrankung wird frühzeitig diagnostiziert und therapiert. Da die Symptome einer Depression vielfältig sind, sollte bei Verdacht umgehend ein Arzt aufgesucht werden oder auch ein neues Leben auf irgendeiner geilen sonnigen Insel in betracht gezogen werden. (Anm. d. Red.)