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„Das Mainzer Römische Theater“ – jetzt als Buch

Es zählt zu den bedeutendsten römischen Relikten in Mainz – das größte römische Bühnentheater nördlich der Alpen am Fuße der Zitadelle in der Altstadt. Grund genug, dem „Mainzer Römischen Theater“ eine eigene Publikation zu widmen, die jetzt im Verlag Bonewitz erschienen ist und in Anwesenheit von Kulturdezernentin Marianne Grosse im Citadelle Café vorgestellt wurde. Autor ist der Mainzer Journalist Bernd Funke, der seit Jahrzehnten die Entwicklung des Bühnentheaters begleitet hat.

Auf 192 Seiten zeichnet er den spannenden Werdegang des Theaters nach, stellt die Protagonisten vor, lässt Mitstreiter zu Wort kommen und zeigt auf, welche Wege zur Bewahrung dieses einzigartigen Zeitdokuments möglich sind und wie das größte römische Bühnentheater nördlich der Alpen gerettet werden kann. Mitautoren sind u.a. Jens Dolata, Peter Krawietz, Laura Müller, Christian-Friedrich Vahl, Valy Wahl und Marion Witteyer.

Tatsächlich wurde das größte römische Bühnentheater nördlich der Alpen in den letzten 120 Jahren bereits zweimal ausgegraben. Doch für den ersten Fund zwischen 1914 und 1916 in den Wirren des Ersten Weltkriegs gab es weder ausreichend öffentliches Interesse noch die finanziellen Mittel, so verschwand das Theater wieder buchstäblich in der Versenkung.

Als der damalige Landesarchäologe, Dr. Gerd Rupprecht, 1997 erneut auf die Überreste des imposanten Bühnentheaters stieß, löste seine Wiederentdeckung eine Welle der Begeisterung aus. Und die Ausmaße sind wahrlich gigantisch. Allein der Zuschauerraum wölbte sich auf rund 116 Meter Breite und die Bühne maß 42 Meter. Unzählige Helferinnen und Ehrenamtliche, Archäologinnen und Sponsoren brachten die Reste des römischen Relikts an die Oberfläche.

Doch was tun mit den Ruinen der Antike? Bewahren? Teile wieder aufbauen? Die Fundstelle überdachen oder doch alles wieder zuschütten?

„Wir haben in den letzten Jahren sehr viel an der Weiterentwicklung des römischen Bühnentheaters gearbeitet“, erläuterte Kultur- und Baudezernentin Marianne Grosse bei der Buchpräsentation, „wir werden noch dieses Jahr einen Wettbewerb ausloben, in dem es darum geht, wie wir das römische Bühnentheater am besten für die Zukunft bewahren können“. Auch wenn die Stadt Mainz den Zuschlag für die Landesgartenschau nicht bekommen habe, wolle die Stadt die Zitadelle und das Römische Mainz als Teilprojekte aus dem Gesamtprojekt Landesgartenschau weiterführen.

„Durch eine angemessene Präsentation wird die Stadt Mainz sichtbar attraktiver und unsere große historische Vergangenheit vielen Bürgerinnen und Bürgern und vor allem den nachfolgenden Generationen wieder deutlich lebendiger,“ wünscht sich Herausgeber Stefan Schmitz. Oberbürgermeister Michael Ebling dankt in seinem Vorwort zum Buch den vielen „Mainzer Bürgerinnen und Bürgern, die ihren Teil dazu beigetragen haben, das Theater freizulegen und zu sanieren. Vor allem auch dem Mainzer Mäzen Stefan Schmitz, dessen Unterstützung in vielen Bereichen unserer Stadt Anstöße gab und Maßnahmen ermöglichte, dazu zählt auch die Herausgabe dieses Buches“.

Autor Bernd Funke wünscht den verantwortlichen Entscheidungsträgern „gedankliche Anstöße zur Rettung des Römischen Bühnentheaters“ und sieht die Stadt dank sprudelnder Steuereinnahmen in der Verantwortung: „Jetzt sollten Taten zur Rettung des Bühnentheaters folgen, dafür finden sich reichlich Anregungen in dem vorliegenden Buch.“

Verleger Michael Bonewitz dankte allen Mitwirkenden, insbesondere dem Autor Bernd Funke für seine akribische Arbeit, dem Mäzen Stefan Schmitz für seine maßgebliche Unterstützung und nicht zuletzt Dr. Gerd Rupprecht für die Wiederentdeckung des römischen Bühnentheaters und sein langjähriges Engagement.

„Das Mainzer Römische Theater“ Theatrum quo vadis? Fund, Erforschung, Bewahrung. Autor: Bernd Funke, Herausgeber: Stefan Schmitz, 192 Seiten, über 160 Abbildungen, Hardcover, Preis: 24,80 Euro, ISBN 978-3-9818438-7-3. Verlag Bonewitz, Bodenheim, www.bonewitz.de

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