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Acht Esel im Einsatz für die Stadt – Beweidung in Bretzenheim

esel 1 Aus der Allgemeinen Zeitung von Wolfgang Bohrmann, Fotos: Sascha Kopp

Ein außergewöhnliches Projekt zur Landschaftspflege gibt es im Augenblick in Bretzenheim zu bestaunen. Auf einer zwei Hektar großen Streuobstwiese im Gewann „In den Bohlen“, an der A60 nahe der Coface Arena, ist derzeit eine Herde Provence-Esel damit beschäftigt, den Bewuchs umweltfreundlich zu beweiden.

Die acht Tiere wurden von der Ortsgemeinde „angestellt“ und sind noch für zwei bis vier Wochen dort aktiv. Die Herde wird von Astrid Fölling betreut, und dass es den Tieren hier gut geht, merkt man ihnen sofort an. Sie sind ruhig und ausgeglichen und sehr freundlich Menschen gegenüber. Allerdings üben Taschen und Rucksäcke eine magische Anziehungskraft auf die Tiere aus, es könnte ja etwas Essbares darin verborgen sein.

Die Landschaftspflege mit Ziegen oder Eseln ist noch nicht sehr weit verbreitet, bietet allerdings viele Vorteile, berichtet Umweltdezernentin Katrin Eder. So fressen die Esel neben dominanten Gräsern, verdrängungsstarken Pflanzen wie Goldruten und unerwünschtem Gehölzaufwuchs auch Kratzbeeren, besser bekannt als Brombeeren, denen sonst nur schwer Herr zu werden ist. Dazu kommt eine Besonderheit der Esel, nämlich dass sie Pfade anlegen. Auf diesen können sich wuchsschwache Kräuter ansiedeln und bieten so Wildbienen, Hummeln und Schmetterlingen neuen Lebensraum. Die Beweidung gehöre zum Landschaftsplan, der vom Land mit fünfzig Prozent gefördert werde, so Eder.

Bitte nicht füttern!

Petra Freitag vom Grün- und Umweltamt erklärte, dass viele Pflanzen und Tiere sich auf dieser Streuobstwiese wieder angesiedelt haben, die lange verschwunden waren. So zum Beispiel die Golddistel, die nach 18 Jahren nun wieder vorkommt oder der Feuerfalter, der seit zwei Jahren wieder beobachtet wird. Die Streuobstwiese kann in den nächsten Wochen besichtigt werden. Aber die Besucher sollen beachten, dass die Esel auf keinen Fall gefüttert werden dürfen, warnt Fölling. Speziell Brot und sonstige Abfälle seien äußerst gesundheitsschädlich für die Tiere. Die Esel werden als nächstes nach Bodenheim und danach ins Laubenheimer Ried umziehen, um ihren Job zu machen. Hier geht´s zum Video der AZ-Kollegen.