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Stadt beantragt weitere 4 Mio. Euro für die Kultur im Haushalt einzustellen (3,5 Mio ans Gutenberg-Museum)

Der Kulturausschuss und der Ausschuss für Finanzen und Beteiligungen empfehlen, vor allem im Zuge des Umzugs des Gutenberg-Museums, der Stadtrat möge am 1. Juni beschließen, zusätzliche Mittel von 4 Mio. Euro im Haushalt 2022 bereitzustellen. Diese „überplanmäßigen und außerplanmäßigen“ Ausgaben werden in mehreren Punkten benötigt, insbesondere zur nachhaltigen strukturellen Stärkung der Kultur. Die Punkte im folgenden – Biontech sei Dank:

1. Erhöhung des Projektförderansatzes 2022
Summe: 26.000 Euro
2. Erhöhung des Ansatzes für das Projekt „Kultur verbindet 2022“
Summe: 15.000 Euro
3. Erhöhung des Ansatzes für die Anmietung von externen Räumen für Veranstaltungen
Summe: 10.000 Euro
4. Deckung von Kosten für dringend benötigtes Mobiliar und das RFID-System in der Öffentlichen Bücherei
Summe: 44.530 Euro
5. Sonderförderung für die AG Stadtkino für die Zuarbeit und Beteiligung an der Konzeption eines Kommunalen Kinos
Summe: 25.000 Euro
6. Sonderförderung für das Mainzer Forum-Theater unterhaus zum nachhaltigen Abbau der bilanziellen Überschuldung
Summe: 330.000 Euro

Das  unterhaus hat seine bilanzielle Überschuldung in den vergangenen zehn Jahren eigenständig um fast 50% reduziert hat. Der weitere Abbau der Überschuldung im laufenden Betrieb und aus eigener Anstrengung sei jedoch, insbesondere bedingt durch die Pandemie und damit verbundene massive Kostensteigerungen, kaum denkbar. Da das unterhaus sich im laufenden Betrieb mit öffentlicher Förderung finanziell tragen kann, ist von einer erneuten Überschuldung nicht auszugehen. Zudem gebe es keine weitere Kulturinstitution in Mainz, die sich in einer vergleichbar prekären Lage befindet. Das Land Rheinland-Pfalz, welches an der Trägerschaft beteiligt ist, wird darüber hinaus ebenfalls um eine Beteiligung gebeten.

7. Aufwertung des öffentlichen Raums auf dem Ballplatz durch Unterbringung einer Sitzbank aus Anlass des 250-jährigen Bestehens des Schott Verlags
Summe: 12.500 Euro
Das Projekt war Pandemie-bedingt nicht zum Jubiläum 2020 umsetzbar und soll nun realisiert werden.
8. Zusätzliche Großplastik für den öffentlichen Raum | Erweiterung der Rheinufergalerie
Summe: 55.000 Euro
9. Mittel für die Stadtteilkultur
Summe: 20.000 Euro
Um die Kultur in den einzelnen Ortsteilen zu unterstützen, sollen zusätzlich 20.000 Euro zur Verfügung gestellt werden.
10. Interimsausstellung des Gutenberg-Museums im Naturhistorischen Museum
Summe: 1.500.000 Euro
Für die Ausstellungskonzeption und Umsetzung der Interimsausstellung des Gutenberg-Museums im Naturhistorischen Museum werden zusätzliche Mittel benötigt. Die beantragten Mittel werden eingesetzt, um eine attraktive und besucherorientierte Ausstellungsarchitektur und Szenografie umzusetzen, die auch über die Interimszeit hinaus für den Museumsbetrieb nutzbar sei. Die Wertigkeit der Exponate, die sich vor allem durch ihre Einzigartigkeit erklären lassen (insbesondere die Gutenberg-Bibeln), mache nach eingehender Prüfung der Räumlichkeiten zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen notwendig, die die Kosten erhöhen. Darüber hinaus muss aus konservatorischen Gründen ein stabiles Klima im ehemaligen Reichklara-Kloster garantiert werden. Die Anschaffung hochwertiger Klimavitrinen sei alternativlos, damit die Objekte aus den Sammlungen des Gutenberg-Museums nicht gefährdet würden.
11. Umzug und Einlagerung der Bestände des Gutenberg-Museums im Zusammenhang mit dem Neubau des Gutenberg-Museums
Summe: 2.000.000 Euro
Der Abriss des Gutenberg-Museums bedinge den vollständigen Auszug und Abtransport sämtlicher Exponate und Ausstattungsgegenstände aus dem Bestandsbau. Nur ein vergleichsweise kleiner Teil der Sammlung wird im Naturhistorischen Museum (Interim) präsentiert. Der größte Teil der umfangreichen Sammlungen wird in  Depots, die in puncto Sicherheit und Klima musealen Standards genügen sollen, ausgelagert werden. Die Vorbereitungen der  Arbeiten, die Verpackung sämtlicher Objekte, die Durchführung und Koordination der Transporte sowie die Einlagerung könne nur von einem spezialisierten Logistikunternehmen durchgeführt werden. Insbesondere die heterogene Sammlungsstruktur des Gutenberg-Museums (Druckmaschinen, Bibliothek, Restaurierungswerkstatt, etc.) bedinge eine komplexe Logistik.

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