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Red Bull Flugtag mit 150.000 Leuten – Hessen knacken Weltrekord


von Carolin Hinz (Artikel aus der Allgemeinen Zeitung)

„Das ist besser als jedes Champions-League-Finale. Hessen holt den Weltrekord in Rheinland-Pfalz“, schreit Moderatorin Desiree Neumann ins Mikrofon. Das Wiesbadener Team „Die Rückkehr der Teichfighter“ holte beim siebten Red Bull Flugtag einen neuen Weltrekord mit 69,79 Metern aus den USA nach Deutschland. In der Gesamtwertung reichte es am Montag für den zweiten Platz. (Foto: A. Coerper)

„Grandios, das ist echt genial“, freut sich Nico Hopp über den um über sechs Meter geknackten Weltrekord. „Wir müssen jetzt erst mal ein bisschen runterkommen. Das Adrenalin steht uns bis zum Anschlag.“ Pilot Arne Krämer lief pitschnass über das Zollhafengelände und strahlte bis über beide Ohren: „Die Arbeit hat sich ja echt gelohnt. Der Wahnsinn.“ Aufgeregt war der Pilot nicht, dafür gab sich das ganze Team bereits vor dem Start siegessicher: „Der Wind steht sehr gut.“ Zur Sicherheit baten die Organisatoren sogar ein Boot, sich etwas weiter aus dem Flugbereich zu begeben.

Bis spät in die Nacht am Fighter gearbeitet

Schon früh am Morgen sind die fünf jungen Wiesbadener auf dem Gelände am Zollhafen unterwegs. „Wir bauen unseren Flieger auf und warten auf den Start“, erzählt Nico Hoppe. Noch bis spät in die Nacht hatte das fünfköpfige Team am Fighter gearbeitet. Freunde und Familie sind zum Anfeuern gekommen.

Das Team und sein Flugobjekt kamen schon kurz nach Einlass sehr gut beim Publikum an: „Na, also wenn der nicht fliegt! Das ist rekordverdächtig“, munkelten die Besucher. Kurz nach 15 Uhr rollte der Teichfighter auf seinem 5,50 Meter hohen Holzgestell an den Start. Mit der sechs Meter hohen Rampe, „starten wir also aus über zehn Metern Höhe“. Bevor der Fighter jedoch fliegen durfte, mussten die Männer mit ihrer Performance punkten. In Star Wars Outfits „bekriegten“ sie sich, denn der Teichfighter ist inhaltlich an ein Flugobjekt der Saga angelehnt.

Fast wie in Zeitlupe wurde Arne Krämer, am Fighter hängend, über die Rampe geschoben und sofort war klar: Das wird ein Rekord. Derart lauten Beifall hatte vorher noch kein Team bekommen und gerade im Rhein gelandet, erahnte auch der Pilot, dass der Rekord gebrochen wurde, und streckte die Siegesfaust in die Luft: „Einfach nur geil.“

Polizei zieht positive Bilanz

Eine positive Bilanz zieht die Polizei. Ab 9 Uhr warteten die ersten Besucher auf den Einlass in den Veranstaltungsraum, so dass die Tore bereits um 10.15 Uhr wegen des großen Andrangs geöffnet werden mussten. Die meisten der Besucher, etwa 150.000 im Durchlauf, zu keiner Zeit allerdings waren mehr als 60.000 gleichzeitig auf dem Gelände, reisten mit öffentlichen Verkehrsmitteln an.

Die Parkplätze am Gutenberg Einkaufszentrum waren zu zwei Drittel belegt, die an der Coface Arena zu einem Drittel, am Bruchwegstadion waren die Parkplätze ausgebucht. Die Parkplätze auf dem Messegelände wurden nicht in Anspruch genommen.

Fünf übermütige junge Männer suchten bei den sommerlichen Temperaturen eine Abkühlung durch einen Sprung ins Hafenbecken. Sie wurden von Helfern der DLRG wieder herausgezogen. Insgesamt war die Stimmung im Publikum sehr gut und fröhlich. Die Polizei hatte keinen Anlass einzuschreiten. Trotz der vielen Besucher kam es nur zu geringen Verkehrsbeeinträchtigungen.