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Polizei veröffentlicht Bilanz – Weniger Unfälle in Mainz

Die Gesamtunfallzahlen für das Stadtgebiet Mainz sind im Jahr 2020 um 21,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 5.733 Unfälle zurückgegangen, meldet heute das Polizeipräsidium. Dieser positive Trend ist vor allem auf Einschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie mit einem geringeren Verkehrsaufkommen und damit einhergehend einem geringeren Unfallrisiko zurückzuführen.

Weniger Verletzte
Im Stadtgebiet Mainz ereignete sich im Jahr 2020 ein tödlicher Verkehrsunfall (2019: drei). Ein 91 Jahre alter Mann stürzte bei einem Bremsvorgang im ÖPNV und erlag später seinen Verletzungen. Verkehrsunfälle mit leicht verletzten Personen haben sich um 21,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 523 Verkehrsunfälle reduziert. Der Rückgang bei schwer verletzten Personen beträgt sogar 33,6 Prozent und beläuft sich auf 85 Verkehrsunfälle im Jahr 2020. Bei den häufigsten Unfallursachen kam es zu keinen nennenswerten Veränderungen im Vergleich zu den Vorjahren. Mit 71 Prozent stellen der „ungenügende Sicherheitsabstand“ und „Fehler beim Abbiegen / Rückwärtsfahren“ den deutlichen Schwerpunkt dar.

Mehr Unfälle im Radverkehr
Entgegen des allgemeinen Trends ist der Anteil an Unfällen unter Beteiligung von Radfahrenden um 7,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr von 279 auf 301 Unfälle gestiegen, entspricht aber den Schwankungen der vergangenen Jahre. Subjektiv war die Corona-Pandemie ein „Beschleuniger“ für das Verkehrsmittel Fahrrad. Der Radverkehrsanteil lag im Jahr 2020 im Stadtgebiet Mainz bei 27 Prozent und hat sich in den letzten 10 Jahren verdoppelt. Bei 154 Unfällen setzten die Radfahrenden die Hauptunfallursache. Hierunter fallen aber auch sogenannte Alleinunfälle (50 Unfälle) ohne Fremdeinwirkung anderer Verkehrsteilnehmenden. Hier war in fünf Fällen der Alkoholisierungsgrad des Radfahrenden unfallursächlich. Bei 10 Unfällen geriet der Radfahrende in Straßenbahnschienen. Davon waren es fünf Unfälle in der Mainzer Gaustraße. Bei 147 Unfällen setzten andere Verkehrsteilnehmende die Hauptunfallursache. Anzumerken ist, dass bei vielen Unfällen unter Beteiligung von Radfahrenden mehrere Verkehrsunfallbeteiligte für die Unfallursache Verantwortlichen waren. Beispiel: Der Radfahrende fährt einen Radweg entgegengesetzt der vorgeschriebenen Fahrtrichtung und wird von einem Kraftfahrzeug beim fehlerhaften Abbiegen erfasst. Unfallhäufungsstellen in Bezug auf Radfahrende sind im Stadtgebiet Mainz nicht erkennbar. Die Dunkelziffer, insbesondere sogenannter Alleinunfälle dürfte deutlich höher liegen.

Fußgänger weniger gefährdet
Im Jahr 2020 gab es in der Landeshauptstadt Mainz 84 Unfälle mit Beteiligung von Fußgängern. Im Vorjahr waren es noch 127 Unfälle. Das entspricht einem Rückgang von 33,8 Prozent. Bei 28 Unfällen setzten Fußgänger die Hauptunfallursache. Diese lassen sich wie folgt unterteilen: 20 Unfälle ereigneten sich durch das falsche Überschreiten der Fahrbahn ohne Beachtung des Fahrzeugverkehrs. Bei fünf Unfällen beschädigten die Fußgänger ein Kraftfahrzeug beispielsweise beim Vorbeigehen mit einem Einkaufswagen oder beim Beladen eines Fahrzeugs mit einem Gegenstand. Drei Unfälle ereigneten sich durch die Missachtung des Rotlichts der Lichtzeichenanlage für Fußgänger. In den verbleibenden 56 Unfällen setzten andere Verkehrsteilnehmende die Hauptunfallursache.

Bilanz E-Scooter
Im Jahr 2020 ereigneten sich 20 Unfälle mit Beteiligung von „Elektrokleinstfahrzeugen“. In 15 Unfällen lag die Hauptunfallursache beim Nutzer. Bei fünf Unfällen handelte es sich um sogenannte Alleinunfälle ohne Fremdeinwirkung anderer Verkehrsteilnehmenden. Vier Unfälle wurden unter Alkoholeinfluss verursacht. Bei fünf der 20 Gesamtunfälle unter Beteiligung von „Elektrokleinstfahrzeugen“ lag die Hauptunfallursache bei anderen Verkehrsteilnehmenden. Die Dunkelziffer, insbesondere im Bereich der Alleinunfälle mit Elektrokleinstfahrzeugen dürfte deutlich höher liegen.

Positivere Zahlen auch in den Landkreisen
Des Polizeipräsidium Mainz kann einen Rückgang um insgesamt 3782 Verkehrsunfälle oder 15,3 Prozent auf 20.957 Verkehrsunfälle für das Jahr 2020 melden. Das Zuständigkeitsgebiet des PP Mainz umfasst die Landeshauptstadt Mainz, die Stadt Worms, die Landkreise Alzey-Worms, Mainz-Bingen und Bad Kreuznach, Teile des Donnersbergkreises und des Landkreises Birkenfeld. Der positive Trend ist auch hier vor allem auf Einschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie mit einem geringeren Verkehrsaufkommen verbunden.

Häufigste Ursache: zu wenig Abstand
Bei Verkehrsunfällen wurden insgesamt 14 Personen getötet (2019: 19 / -26,3 Prozent), 498 Personen erlitten schwere Verletzungen (612/-18,6 Prozent), 2347 Personen galten als leichtverletzt (2812 / -16,5 Prozent). Drei der getöteten Personen starben auf einer Bundesautobahn, zwei davon durch Falschfahrer. Im Jahr 2020 waren die fünf Hauptunfallursachen, Fehlerhaftes Abstandsverhalten (8.210 Unfälle / -19,5 Prozent), Falsches Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren (3.281 / -17,4 Prozent), Nichtbeachten der Vorfahrt bzw. des Vorranges (1.235 / -15,8 Prozent), Überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit (890 / -7,7 Prozent) und Fehlerhaftes Vorbeifahren / Nebeneinanderfahren (580 / -27,5 Prozent) häufigste Ursachen im Gesamtunfallgeschehen. Darüber hinaus kam es zu 2810 Wildunfällen, bei welchen kein menschliches Fehlverhalten unfallursächlich war.

Unfälle unter Alkohol- und Drogeneinwirkung 
Unfälle unter Alkoholeinfluss gingen um 48 auf 360 Unfälle zurück. Dabei wurden zwei Personen getötet und 41 schwer verletzt. Bei den alkoholisierten Unfallverursachenden ist wie im Vorjahr die Gruppe der 45- bis 64-Jährigen (107 Unfälle) am stärksten vertreten. Die Zahl der Unfälle unter Drogeneinwirkung stieg um 25 auf 89 Unfälle. Neun Personen wurden dabei schwer, 34 Personen leicht verletzt. Bei den Risikogruppen ist die Zahl der Unfälle mit Kinderbeteiligung gegenüber dem Vorjahr um 32 Unfälle gesunken. Die Zahl der verletzten Kinder ist um 29,2 Prozent auf 150 zurückgegangen und damit auf den niedrigsten Stand seit fünf Jahren.

 

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