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Oberbürgermeister-Stichwahl: Michael Ebling siegt gegen Herausforderer Nino Haase

Am Ende hat es doch nicht gereicht. Nino Haase (parteilos) unterlag Michael Ebling (SPD) mit 45 zu 55 Prozent und gratulierte zähneknirschend seinem Kontrahenten. Beide Kandidaten haben sich ein spannendes Duell geliefert – für den Newcomer Haase eine mehr als respektable Leistung. Mit 29.029 Stimmen holte er fast so viele wie Ebling 2012 als Wahlsieger (29.616).
Die Stimmung im Rathaus schlug schnell hohe Wellen im Raum der SPD – lange Gesichter dagegen im Foyer, wo die Haase-Fans rund um die CDU, freie Wähler, ÖDP, Bürgerinitiativen & Co. ihr Lager bildeten. Sie alle hatten auf eine Politikwechsel gehofft. Sie sind es aber auch, die Ebling nun versuchen sollte, in seiner nächsten 8jährigen Amtsperiode wieder ins Boot zu holen. Denn am Ende waren es doch recht viele der Unzufriedenen.

Haase schaffe es viele wichtige Punkte anzusprechen und mit schlauen Aktionen zu punkten. Ebling legte aber ebenfalls all sein Gewicht in die Waagschale und am Ende hatte er einfach mehr Unterstützer und 6.600 Stimmen Vorsprung – vor allem in der Neustadt holte er fast 70% der rund 7.000 Stimmen. Mehr gingen nur in Gonsenheim zur Wahl mit 8.000, wo Ebling mit 54% vorne lag. Auch Mombach konnte er wieder klar für sich entscheiden, während Marienborn, Lerchenberg, Drais, Hechtsheim, Laubenheim und Weisenau an Haase gingen. Fast die doppelte Menge Stadtteile also für Ebling – das macht den Sieg(er) aus.

Der Wahlkampf hat gezeigt woran es hapert: mehr Fokus auf die Bürger, weniger auf die Investoren. Mehr Grün. Mehr günstiger Wohnraum. Mehr Kooperation und weniger Machtpolitik. Das Ergebnis war zwar klar entschieden, aber dennoch mit dem deutlichen Hinweis, dass auf diesen Feldern in Zukunft mehr passieren muss.

Man darf darüber hinaus gespannt sein, wie es nun mit der Causa Haase weitergeht. Es wäre schade sein Potenzial für die Stadt ungenutzt zu lassen. Vielleicht findet man ihn ja bald doch noch als politischen Akteur, notfalls auch in der CDU.

David Gutsche
Fotos: Stephan Dinges

 

 

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