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Mobilität via App: Uber & Co. in Mainz

Foto: uber Deutschland

Ein paar Clicks in der App, Ziel, Fahrzeug und Preis wählen, online zahlen und los geht’s. Uber kommt auch in Mainz an. Wann das Fahrzeug sein Ziel erreicht, lässt sich auf der virtuellen Karte in der App in Echtzeit verfolgen. Dazu gibt es das Profil des Fahrers und es kann mit ihm kommuniziert werden. Dieses Konzept bietet das in weltweit 71 Ländern operierende Unternehmen Uber seit April 2021 im Raum Mainz-Wiesbaden an.

Neben sechs Fahrzeugkategorien von Uber X über Green (E-Autos) bis Premium sind auch die Elektroroller von Lime und seit Februar der Speisenlieferdienst „Uber eats“ buchbar. Uber selbst ist dabei „nur“ der Vermittler von Fahrten, nicht der Beförderer selbst. Man greift auf die Carpools und Fahrer lizensierter Mietwagenunternehmen und Limo- Services zu, darunter auch Einzelunternehmer. Die Fahrer verfügen über den vorgeschriebenen Personenbeförderungsschein. Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis. Auch klassische Taxis vermittelt die App. Der zuvor geschätzte Preis richtet sich dann nach dem Taxameter. Ansonsten variieren die Tarife wie bei Fluggesellschaften, der Bahn oder Hotels, je nach Auslastung. In der Regel seien sie dennoch niedriger als herkömmliche Taxen und: Auch bei verlängerter Fahrt oder Unterbrechung ändere sich der vorab bezahlte Preis nicht, sagt Tobias Fröhlich von Uber Deutschland, der die Einführung im Raum Mainz- Wiesbaden betreut hat. Das Angebot würde von den Bewohnern gut angenommen und verstärkt auch von ausländischen Reisenden genutzt, denen die App bereits aus ihrem Heimatland vertraut sei.

Wettbewerbsverzerrung?
Vielen klassischen Taxiunternehmern ist Uber dennoch „ein Dorn im Auge“. Auch in Mainz befürchtet man eine Wettbewerbsverzerrung. Als Teil des öffentlichen Personennahverkehrs sind Taxis strengen Regeln unterworfen. Sie müssen rund um die Uhr verfügbar sein, jeden mitnehmen, auch das Umland bedienen und sind an festgelegte Tarife gebunden. Auch die Rückkehrpflicht, eine Verordnung, die Taxis dazu verpflichtet, vor Annahme einer weiteren Fahrt zur Zentrale zurückzukehren sei ein besonderer Knackpunkt, so Guido Borning vom Verband des Verkehrswesens Rheinland. Der Verordnung unterliege zwar auch Uber, wegen mangelnder Kontrollen sei sie aber leicht zu umgehen. Noch sind seine Sorgen unbegründet. Einen signifikanten Einbruch gibt es bei Taxiunternehmen in Mainz durch Uber bisher nicht.

„Mainz Rider“ seit 2020 am Start
Seit September 2020 bietet auch der als Pilotprojekt gestartete „Mainz Rider“ der Mainzer Mobilität einen alternativen Taxiservice an. Als Ergänzung zum ausgedünnten Nachtverkehr bedient der „Rider“ mit einem Pool von 10 E-Vans mittlerweile 10 Mainzer Stadtteile in der Zeit von 18 bis 4 Uhr. In Hechtsheim, Laubenheim und Weisenau wird seit Kurzem ein Rund-um-die-Uhr-Service angeboten. Die Buchung erfolgt über die Rider-App, der Ein- und Ausstieg findet an vereinbarten Haltestationen statt, wie etwa Bus- oder Straßenbahnhaltestellen in der Nähe. Beim sogenannten „Pooling“ werden Fahrten gebündelt. So teilen sich bis zu 3 Personen (eine Ausweitung auf 5 ist geplant) einen Rider. Der Preis setzt sich aus der Grundgebühr und einer Kilometerpauschale zusammen. Für Erwachsene sind das 3,50 Euro plus 70 Cent pro Kilometer. Verfügt man über einen Fahrschein des öffentlichen Nahverkehrs, verringert sich die Grundgebühr auf einen Euro. Kinder unter 14 Jahren zahlen keine Kilometerpauschale. Sie dürfen den Rider nur in Begleitung Erwachsener nutzen. (Die Kilometerpauschale entfällt auch für Mitfahrende des Buchenden.) Am Wochenende werde der „Mainz Rider“ inzwischen ausgiebig von Nachtschwärmern genutzt, verrät das Unternehmen. Mehrere Alternativen sind also derzeit auf dem Personenbeförderungsmarkt vorhanden. Für Kunden sind sie von Vorteil. Das Bestehen des klassischen Taxis bleibt dennoch weitgehend unverzichtbar – auch weil nicht jeder den Service via App nutzen möchte oder kann.

Text Tina Jackmuth

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