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Great Wine – jetzt mit Martenstein (als Botschafter)

aus der Allgemeinen Zeitung von Torben Schröder

Harald Martenstein ist der erste Botschafter der „Great Wine Capital“ Mainz / Rheinhessen. Der Journalist und Autor wird für zwei Jahre im Ehrenamt für die „Weinhauptstadt“ Mainz und die Region Rheinhessen werben. Im internationalen GWC-Netzwerk ist Mainz die dritte Stadt nach Bordeaux und Adelaide, die einen Botschafter ernennt. „Ich empfinde dieses Amt als Ehre“, sagte Martenstein bei seiner offiziellen Vorstellung im Mainzer Rathaus. Auf „beträchtliche Erfolge im Trinken rheinhessischer Weine“ könne er bereits zurückblicken. Nun gelte es, nicht nur zu fragen, was der rheinhessische Wein für ihn, sondern auch, was er für den rheinhessischen Wein tun könne.

Neben John F. Kennedy paraphrasierte der wortgewandte „Zeit“- und „Tagesspiegel“-Kolumnist und Schriftsteller auch den Journalisten Hanns Joachim Friedrichs. Ein Journalist solle sich mit keiner Sache gemein machen, auch nicht mit einer guten. Doch beim Rheinhessenwein handele es sich um eine „sehr gute Sache“, sodass man Fünfe gerade sein lassen könne. Frei nach Franz Müntefering sieht er im Amt des Weinbotschafters zumindest – nach Papst sowie Landrat oder Oberbürgermeister in Rheinhessen – das drittschönste, das es gibt.

Die launigen Einlassungen des Wahl-Berliners, der in Mainz aufgewachsen ist, illustrieren, was GWC-Geschäftsführerin Elke Höllein mit der Auswahl Martensteins im Sinn hatte. „Er beherrscht das Wort und die Schrift auf wunderbare Art und Weise“, hielt der Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling fest, „damit wird das Profil dieser Botschaft klar: seine Präsenz, seine sympathische Persönlichkeit, aber auch das geschriebene Wort.“

Zweijährige Reise in die Vergangenheit

Martenstein wird immer wieder Gelegenheiten finden, den rheinhessischen Rebensaft und die Mainzer Mentalität auf gedrucktem Papier zu rühmen. Zudem gab Höllein dem 64-Jährigen eine ganze Reihe Termine von Wein-Events mit auf den Weg, zu denen er herzlich eingeladen ist.

Für Martenstein beginnt damit eine zweijährige Reise in die eigene Vergangenheit. Er kam in Mainz-Mombach auf die Welt, wohnte später in der Josefsstraße 33 und baute am Rabanus-Maurus-Gymnasium sein Abitur. Seinen ersten Job hatte Martenstein, gerade Teenager, auf dem rheinhessischen Land als Helfer im Weinberg. Neben einem Stundenlohn von zwei D-Mark blieb ihm der reichhaltige Weingenuss nach getaner Arbeit in Erinnerung, den allerersten Rausch seines Lebens inklusive.

Das GWC-Netzwerk gebe dem Wein bei der Qualitätsentwicklung einen Schub, betonte Ebling. Nun brauche es als Botschafter „Menschen, die zu der Region eine Affinität haben, sich mit dem Lebensgefühl identifizieren können, die aber auch eine Distanz haben“, erläuterte der Mainzer OB. „Wir freuen uns, dass Sie mitmachen“, dankte Ernst Walter Görisch, Landrat in Alzey-Worms, dem Ehrenamtlichen für seinen Einsatz für die Region Rheinhessen und ihren Wein. Die Mainz-Binger Landrätin Dorothea Schäfer nannte die hiesigen Spitzenweine und die rheinhessische Kultur ein „großes Pfund, mit dem wir wuchern können“. Martenstein werde deutschlandweit bekannt machen, „was für ein attraktiver Standort wir sind“. Elke Höllein erinnerte daran, dass in diesem Jahr auch das Gutenberg-Jubiläum ansteht. Ein vinophiler Autor als Botschafter der deutschen Weinhauptstadt im Jubeljahr des Erfinders des Buchdrucks – „so wird das Ganze rund“.

Foto: Jana Kay

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