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APOTHEKE und ORANGEREI: Die neuen Schaufenster der Kunsthochschule

Nach einjähriger Pause öffnet die Kunsthochschule Mainz wieder ihren Ausstellungsraum „apotheke“, nun aber in der Großen Langgasse 16: an neuem Ort gegenüber vom „Sixties“, doch Programmatik und Name der alten „apotheke“ bleiben. Zwei direkt nebeneinander liegende, durch eine gemeinsame Schaufensterfassade verbundene, Ladenlokale stehen zur Verfügung – das zweite trägt nun den Namen „Orangerei“. Hier werden Veranstaltungen, kunstpädagogische Projekte und Lehrveranstaltungen durchgeführt sowie deren Ergebnisse präsentiert.
Für die erste Ausstellung in der neuen apotheke setzt die Künstlerin Megan Francis Sullivan ein Arrangement von Zeichen in Szene, das von einem Straßenbild aus Berlin Kreuzberg inspiriert ist und Passanten hin und wieder zu einem unerwartetem Genuss einlädt.

Hierzu wird sie den Begriff ‚Eis’ in Schriftzeichen, die von der Fahne einer Eisdiele in Berlin Kreuzberg stammen, an die Fenster der apotheke anbringen. Gelegentlich und unangekündigt wird den gesamten Sommer über gratis Eiscreme an die Passant_innen verteilt. Sullivans Projekt ist eine Auseinandersetzung mit dem Raum der Straße als Raum der Bewegung und des Aufeinandertreffens von Zeichen, Strukturen und Einstellungen. Es gibt hier Vergangenes, das in hartnäckiger Präsenz ins Gegenwärtige eingreift ebenso wie Imaginäres, das über jeden aktuellen Eindruck hinausweist; Assoziationen überschneiden sich mit Antizipationen, Erfahrungen mit Erwartungen. Die Straße ist geordnet, aber nicht kontrolliert. Die ‚Eisdiele’, die keine ist, in der apotheke, die keine ist, ist ein Spiel mit Simulationen, die den Alltag der Straße imaginär und sehnsuchtserweckend irritieren wie anreichern.

Kontakt: dieorangerei@kunsthochschule-mainz.de

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