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Antrittslesung des neuen Stadtschreibers Peter Stamm am 21. Februar


„Ich muss nicht schreiben, aber ich liebe das Schreiben mehr als jede andere Beschäftigung.“ Stamm wird sich am Donnerstag, 21. Februar um 19 Uhr im Rathaus (Ratssaal) mit einer Antrittslesung vorstellen, bei der einige seiner vielfältigen Erzählungen vorträgt.

Peter Stamm ist einer der ganz großen Schriftsteller seiner Generation. Wie kaum ein anderer Autor findet er präzise und suggestive Bilder für die unendlichen Möglichkeiten und Unmöglichkeiten von Liebesbeziehungen, von Kälte und Anziehung, von Distanz und Nähe. Stamms Markenzeichen ist der kunstvoll knapp und schmucklos gehaltene Stil. Stil, das sei doch nur ein Kleid, sagte Stamm einmal, aber Literatur müsse Haut zeigen.
Sein erster Roman „Agnes“ erschien 1998, im Folgejahr die Kurzgeschichtensammlung „Blitzeis“. 2001 folgte der Roman „Ungefähre Landschaft“ und 2003 Erzählungen unter dem Titel „In fremden Gärten“. Im Jahr 2006 erschien sein Roman „An einem Tag wie diesem“, 2008 folgte die Erzählsammlung „Wir fliegen“, 2009 der Roman „Sieben Jahre“ und 2011 die Erzählsammlung „Seerücken“.

Peter Stamm wurde 1963 geboren und studierte nach einer kaufmännischen Lehre einige Semester Anglistik, Psychologie und Psychopathologie. Nach längeren Aufenthalten in Paris, New York, Berlin und London lebt er mit seiner Familie in Winterthur. Der künftige 29. Träger des Literaturpreises von ZDF, 3sat und der Stadt Mainz folgt damit Kathrin Röggla und wurde von einer Jury Anfang November zum neuen Stadtschreiber 2013 gewählt.

„Meine frühesten Berufswünsche hatten nichts mit Literatur zu tun“, sagt Peter Stamm über sich. „Immerhin waren die Deutschstunden schon in der Schule meine liebsten, schrieb ich schon damals gerne Aufsätze und dachte mir überhaupt immer Geschichten aus, wenn ich mich in der Schule oder an freien Nachmittagen langweilte. Wie man Schriftsteller wurde, wusste ich nicht, und hätte ich damals gewusst, dass es noch fünfzehn Jahre dauern würde, bis mein erster Roman erscheint hätte ich wohl kaum weitergemacht. Aber das Schreiben war neben vielen anderen Dingen, die ich ausprobierte, die erste Beschäftigung, die mich nie langweilte, die mich immer herausforderte.“
Peter Stamm, der auch als Dramatiker und Hörspielautor arbeitete und jahrelang als Journalist für die „Neue Zürcher Zeitung“, die „Weltwoche“ oder für die satirische Zeitschrift „Nebelspalter“ wirkte, wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, unter anderem mit dem Rauriser Literaturpreis (1999), dem Rheingau Literaturpreis (2000), dem Preis der Stadt Zürich (2003), dem Kulturpreis der Stadt Winterthur (2003) sowie dem Bodensee-Literaturpreis (2012). Stamm lebt im schweizerischen Winterthur.

Stamm wird, wie seine Vorgänger Katrin Röggla und Ingo Schulze, gemeinsam mit dem ZDF eine Dokumentation nach freier Themenwahl produzieren. Die Verleihung des mit 12.500 Euro dotierten Preises findet am Freitag, 22. Februar statt.

Der Eintritt zur Antrittslesung ist frei.