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2.000 neue Wohnungen für Mainz – und weitere 1.000 in Vorbereitung

Als einen „riesen Schritt nach vorn“ angesichts des angespannten Wohnungsmarktes hat der Stadtrat heute 3 Projekte freigegeben: 2.000 neue Wohnungen wird es im Heilig Kreuzviertel (altes IBM Areal) geben und gleichzeitig die Einleitung von weiteren 1.000 Wohnungen auf der Frankenhöhe / Hechtsheim und auf dem Gelände der GFZ Kaserne: „25% der Wohnungen werden sozial gefördert. Das ist ein starkes Signal für den wachsenden Bedarf nach Wohnraum und gleichzeitig ein wichtiger Beitrag für die Stabilität des Wohnungsmarktes – zu Gunsten aller Mieter in Mainz“ sagt OB Ebling. 

Mainz ist als Wohnort sehr beliebt. Die Zahl der Einwohner nimmt kontinuierlich zu. Die Stadt setzt sich deshalb schon seit Jahren verstärkt für eine gezielte Ausweitung des Wohnungsangebotes im Stadtgebiet ein. Ziel ist, bis zum Jahr 2020 mindestens 6.500 neue Wohneinheiten, davon viele auch im erschwinglichen Bereich, zu errichten. In der heutigen Sitzung des Stadtrates wird für das Heiligkreuz-Viertel Baurecht geschaffen, das Planverfahren für die Frankenhöhe gestartet und der Rahmenplan für die Konversionsmaßnahme GFZ-Kaserne vorgelegt.

Oberbürgermeister Michael Ebling: „Mainz gehört zu den wachsenden Städten in Deutschland. Allein in den Jahren 2007 bis 2017 hat sich die Einwohnerzahl um rund 16.000 Personen erhöht. Die Schwarmstadt zieht als bedeutender Hochschul- und Medienstandort viele Studierende und junge Berufstätige an. Um den rasanten Anstieg der Mieten zu bremsen, muss Wohnraum erhalten und geschaffen werden. Vor allem beim sogenannten bezahlbaren Wohnraum besteht ein hoher Bedarf, denn neben jungen Leuten sind auch viele Familien mit Kindern darauf angewiesen.“

„Mittels einer Partnerschaftlichen Baulandbereitstellung mit den Wohnungsbauinvestoren überprüfen wir in jedem Neubaugebiet, ob mittels einer flexiblen Quotierung der Neubau von öffentlich gefördertem Wohnraum sichergestellt werden kann. Angesichts des sehr angespannten Wohnungsmarktes streben wir nur noch den höchsten Anteil von 25 % an“, fasst Ebling die Ziele der Stadt zusammen.

Auf dem mehr als 30 ha großen Areal des ehemaligen IBM Produktionsstandortes in Mainz Weisenau möchte die Stadt Mainz ein neues durchmischtes Stadtquartier mit etwas mehr als 2.000 Wohneinheiten unterschiedlichster Wohnformen, guter Infrastrukturausstattung sowie einem attraktiven Wohnumfeld entwickeln. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf bezahlbaren Mietwohnungen, darunter sind gefördertes Wohnen sowie Angebote für Senioren und Baugemeinschaften. “Auch auf ein umfangreiches Angebot an barrierefreien Wohnungen und Angeboten für Baugruppen haben wir gesteigerten Wert gelegt”, sagt Baudezernentin Marianne Grosse. Daneben wird es aber auch Wohnungen im mittleren Preissegment und Eigentumswohnungen geben, um eine vielfältige Durchmischung zu gewährleisten.

Mit dem Satzungsbeschluss in der heutigen Stadtratssitzung besteht Planreife. Demnach können im Einklang mit § 33 BauGB Bauanträge gestellt und genehmigt werden. In einem ersten Schritt soll das Nahversorgungszentrum (Tegut + Rossmann) inklusive Wohnen in den Obergeschossen errichtet werden, die Vorbereitungen hierzu laufen bereits. Der genaue zeitliche Ablauf sowohl bei der Erschließung als auch beim Nahversorgungszentrum liegt letztendlich bei den Vorhabenträgern. „Je nach Größe der Wohnungen können im Heiligkreuz-Viertel 4.000 bis 4.500 Menschen wohnen. Das Heiligkreuz-Viertel hat von der Größe und zukünftigen Einwohnerzahl die Dimension eines Stadtteils“, so Oberbürgermeister Michael Ebling und Baudezernentin Marianne Grosse.

Außerdem auf der Tagesordnung der Stadtratssitzung stehen der Rahmenplan für die Konversionsmaßnahme der GFZ-Kaserne und eine ganze Reihe weiterer kleinerer Bebauungspläne.

Die Freigabe des Geländes der GFZ-Kaserne wird aktuell vom Bund für das Jahr 2019 angekündigt. Um dann ohne Zeitverzögerung mit der Entwicklung als Wohnquartier beginnen zu können, soll bereits jetzt mit dem Planungsverfahren begonnen werden.

Dazu werde derzeit der aus dem Jahr 2003 stammende Rahmenplan fortgeschrieben, erläutert Marianne Grosse: „Aufgrund des weiterhin enorm großen Wohnraumbedarfs in Mainz wird eine im Vergleich zur ersten Fassung höhere bauliche Dichte vorgesehen, so dass hier rund 500 Wohneinheiten geschaffen werden können.“

Nach der Sommerpause wird eine Bürgerbeteiligung durchgeführt und der Rahmenplanentwurf in der Öffentlichkeit vorgestellt. Der Rahmenplan wird die Grundlage für einen städtebaulichen und landschaftsplanerischen Wettbewerb sein, der im Jahr 2018 durchgeführt werden soll. Darauf aufbauend wird das Baurecht für das neue Wohnquartier im Rahmen eines Bebauungsplanverfahrens geschaffen.

Ein weiteres wichtiges neues Projekt ist der Bebauungsplan „Wohnquartier Hechtsheimer Höhe“. Östlich der Frankenhöhe sollen auf einer Fläche von rund 17 Hektar in erster Linie Ein- und Zweifamilienhäuser mit rund 400 Wohneinheiten geschaffen werden. Hierzu wurde Mitte Mai ein städtebaulich-freiraumplanerischer Wettbewerb abgeschlossen, aus dem das Büro „rheinflügel severin, Düsseldorf/ bbz landschaftsarchitekten, Berlin“ als Sieger hervorgegangen ist. Dieser siegreiche Entwurf wird aktuell innerhalb der Verwaltung koordiniert und überarbeitet, um dann auf dieser Grundlage in das Bebauungsplanverfahren einsteigen zu können.

Es sei dabei aus ihrer Sicht wichtig, so Grosse, dass neben einem Meilenstein wie dem Heiligkreuz-Viertel mit seinen rund 2000 Wohneinheiten im Geschosswohnungsbau auch eine Vielzahl kleinerer Wohngebiete mit einer möglichst großen Vielfalt an Wohnformen angeboten werden könne, so eben auch Ein- und Zweifamilienhäuser auf der Hechtsheimer Höhe oder Baugemeinschaften beispielsweise in Ebersheim.

Ebling und Grosse betonen, dass die heutigen Beschlüsse wichtige Entscheidungen für die Stabilität des Wohnungsmarktes sind und dazu beitragen, dass bezahlbarer Wohnraum in der Landeshauptstadt Mainz geschaffen wird. „Wir schauen nicht nur zu, wie Wohnungen aus der Förderung fallen, sondern werden selbst aktiv. Mit den heutigen Beschlüssen machen wir einen riesen Schritt nach vorn“, so Ebling abschließend.

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