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Stadtbibliothek digitalisiert historische Mainzer Zeitungen

Im Rahmen des Programms „WissensWandel. Digitalprogramm für Bibliotheken und Archive“ des Deutschen Bibliotheksverbands (dbv) wurden der Wissenschaftlichen Stadtbibliothek Mainz bereits im Jahr 2021 Fördermittel des Bundes für die Digitalisierung von ausgewählten historischen Mainzer Zeitungen bewilligt. Nun sind erste Ergebnisse des geförderten Projekts auf www.dilibri.de sichtbar.

Bereits seit dem Jahr 2008 beteiligt sich die Wissenschaftliche Stadtbibliothek Mainz am rheinland-pfälzischen Digitalisierungsportal dilibri. Als Regionalbibliothek für Mainz und Rheinhessen sammelt und erschließt die Stadtbibliothek Mainz Zeit ihres Bestehens Literatur aus und über die Region Mainz und Rheinhessen besonders intensiv.

Auch ihre Digitalisierungsaktivitäten stehen mit dieser Funktion im Zusammenhang: Für die inhaltliche Auswahl des zu digitalisierenden Materials steht im Mittelpunkt, dass für die Stadt Mainz und die Region Rheinhessen relevante Titel im Internet dargestellt werden sollen. Indem sie überwiegend Bestände digitalisiert, die unikal sind, trägt die Stadtbibliothek Mainz ihren speziellen Anteil zur Bewahrung des kulturellen Erbes und zu dessen Darstellung im Netz bei. Die verbesserte Sichtbarkeit besonderer Schätze und die erleichterte Zugänglichkeit für einen breiteren Kreis von Interessierten gehen einher mit der Schonung der schützenswerten Originale.

Zu ihren besonderen Schätzen gehört auch ein beachtlicher Bestand von Mainzer Zeitungen, deren Erscheinen bis ins 18. Jahrhundert zurückgeht. Dieser bildet ein unerschöpfliches Reservoir für die unterschiedlichsten Forschungsbedarfe. Die Zeitungen werden kontinuierlich in der Benutzung stark nachgefragt, weshalb ihre Digitalisierung schon lange ein Wunsch war, den die Bibliothek aus eigener Kraft jedoch nicht angehen konnte. Mit Hilfe der Fördermittel konnte nun ein Dienstleister mit der Digitalisierung von fünf Mainzer Zeitungen bis zum Erscheinungsjahr 1920 beauftragt werden.

Insgesamt wurden über 440.000 Scans erstellt, die nun in Eigenleistung der Bibliothek strukturiert (d. h. zu einzelnen Zeitungsausgaben gruppiert und einem Kalender zugeordnet) und online gestellt werden. Bei den ausgewählten Titeln handelt es sich um die zwei größten Mainzer Tageszeitungen des 19. Jahrhunderts („Mainzer Journal“, seit 1848, und „Mainzer Anzeiger“, seit 1853, Vorgänger der Allgemeinen Zeitung) sowie um drei Zeitungen mit kürzerem Erscheinungszeitraum aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts („Mainzer Nachrichten“, „Mainzer neueste Nachrichten“ und „Neuester Anzeiger“).

Die Originale sind schon seit Jahrzehnten aus konservatorischen Gründen von der Benutzung ausgeschlossen; stattdessen werden Mikrofilme angeboten. Von diesen wurden nun auch die Scans erstellt – zur Schonung der Originale und da auf diese Art eine schnellere und preisgünstigere Massendigitalisierung möglich war. Die ersten 20 Jahrgänge (1853–1872) des Mainzer Anzeigers wurden mittlerweile auf dem Portal www.dilibri.de freigeschaltet. In den nächsten Wochen kommen sukzessive die weiteren Jahrgänge und Zeitungstitel hinzu.

Das Förderprogramm „WissensWandel“, aus dem die Mittel für die Digitalisierung stammen, ist Teil des Programms NEUSTART KULTUR der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM). Dieses entstand als Reaktion auf die Corona-Pandemie und hatte u. a. zum Ziel, Bibliotheken und Archive dabei zu unterstützen, den Zugang zu ihren umfangreichen Angeboten und Beständen unabhängig von einer Nutzung vor Ort zu sichern.

Ganz in diesem Sinne können die Zeitungsdigitalisate nunmehr zeit- und ortsunabhängig über das Internet genutzt werden – kostenfrei. Es ist dabei möglich, Seiten auszudrucken, PDF- oder Bilddateien herunterzuladen und zu speichern. Dies ist nicht nur für die Mainzer Nutzer:innen ein wertvoller Gewinn, sondern letztlich überregional relevant und zielt auf eine breite kulturelle und bildungspolitische Nutzung.

Foto: Screenshot Titelblatt des digitalisierten Mainzer Anzeigers von 1853 / Landeshauptstadt Mainz.

 

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